Wissen teilen: Christina vom Neues Amt Altona

Christina Veldhoen leitet die Partnerschaften beim Neuen Amt Altona

Wissen teilen: Christina vom Neues Amt Altona

Menschen miteinander in Kontakt zu bringen ist etwas, das sich bei Christina vom Neuen Amt wie ein roter Faden durch ihren bisherigen Lebenslauf zieht. Als eine der Gründerinnen hinter ROCK YOUR LIFE! war es ihr schon früh ein Bedürfnis, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen und ihr Wissen teilen. Bei ihrer Arbeit für andere namhafte Stiftungen und NGOs war es ihr stets ein Anliegen, die richtigen Menschen miteinander zu verknüpfen. Als dann 2019 die Möglichkeit bestand, beim Neuen Amt Altona in Hamburg dabei zu sein, hat sie sich dem Projekt angeschlossen zugegriffen und ist jetzt dort für Kommunikation und Partnerschaften zuständig.

Was machst Du im Neuen Amt Altona eG im Bereich Kommunikation und Partnerschaften?

Ich entwickle und implementiere zusammen mit meinen Kolleg.innen Strategien, Maßnahmen und Kampagnen, damit möglichst viele Menschen vom Neuen Amt erfahren und sich der Genossenschaft anschließen. Ob als später nutzende oder als fördernde Mitglieder.

Zudem sprechen wir mit diversen Akteur.innen, Initiativen und Anwohner.innen in Altona, um deren Perspektiven und Bedarfe im Planungsprozess zu berücksichtigen. Insbesondere im Erdgeschoss des neuen Gebäudes wollen wir den Stadtteil willkommen heißen. Das Erdgeschoss wird den Neubau, der vor allem dem Coworking dient, mit dem Altbau verbinden. Mit Altbau meine ich das Alte Finanzamt Altona, das seit über 10 Jahren von Kreativschaffenden zwischengenutzt wird und das die Genossenschaft mit kaufen wird. All diesen Menschen geben wir mit dem Neuen Amt eine langfristige Perspektive und binden sie in das Gesamtkonzept ein.

Wieso wurdest Du Mit-Gründerin eines Coworking Space?

Ich habe viele Jahre an Unternehmungen mitgewirkt, die über Netzwerke und (ideelle) Kooperationen funktionieren. Bei denen Begegnungen, Gespräche und das Teilen von Wissen und Erfahrungen im Mittelpunkt stehen, und Grenzen zwischen Sektoren und gesellschaftlichen Gruppen und Sphären überwunden werden. 

Während dieser Zeit habe ich mich zunehmend für Räume, Orte und Stadtentwicklung interessiert. Ich habe nach Orten gesucht und gedanklich solche Orte entworfen, die diese Art der Begegnungen ermöglichen und befördern. 

Als ich dann von der Idee des Neuen Amts erfahren habe, war das gefühlt die Chance, auf die ich schon lange gewartet hatte. Hier traf mein Sinn für Gemeinwohl und Gemeinschaft mit dem Projekt der Raumgestaltung zusammen.

Inwiefern profitiert das Neue Amt Altona von Deinem Wissen aus der Arbeit mit Stiftungen und NGOs?

Ich habe schon früh gelernt, Brücken zu bauen. Bei ROCK YOUR LIFE! zum Beispiel verbinden wir eine.n Studierende.n mit einem.r Hauptschüler.in. Die beiden würden sich wahrscheinlich sonst so nie begegnen. Dieses Brücken Bauen wird meiner Meinung nach immer wichtiger. Wir brauchen dringend wieder mehr Verständnis füreinander, für die Verbundenheit, die Zusammenhänge und das große Ganze. Daher halte ich es für entscheidend, Menschen, die aus unterschiedlichen Welten zu kommen scheinen, miteinander in Kontakt zu bringen. Dies stelle ich mir auch für die Community im Neuen Amt Altona vor. Dass wir zum einen die Menschen haben, die im Altbau schon lange ihre Werkstätten haben, mit den Coworker.innen aus dem Neubau und den Besucher.innen und Anwohner.innen aus Altona und ganz Hamburg im Rahmen vielfältiger Veranstaltungen und Formate zusammentreffen. Darauf arbeite ich, arbeiten wir hin.

Welchen Rat kannst Du Coworking Gründer.innen geben?

Ich selbst bin neu im Bereich Coworking – dazu kann Robert Beddies umso mehr sagen, der ja das Neue Amt Altona gemeinsam mit drei Architekten initiiert hat und seit vielen Jahren das betahaus Hamburg als Geschäftsführer leitet.Was jedoch am Neuen Amt besonders ist und was ich großartig finde, ist, dass es genossenschaftlich organisiert ist. In dieser Gesellschaftsform ist so viel Zusammenarbeit und Partizipation angelegt! Beim Neuen Amt sind die Coworker.innen nicht etwa Nutzer.innen oder Kund.innen, sondern Miteigentümer.innen des Gebäudes und Grundstücks. Und wir gehen stark davon aus und merken auch bereits, dass dieser Aspekt der gemeinsamen Verantwortung die Motivation, sich aktiv und konstruktiv für das Neue Amt einzubringen, steigert. Wir haben schon jetzt, rund zwei Jahre vor Eröffnung, eine wirklich tolle und engagierte Community, die stetig wächst. Über weitere neue Mitglieder freuen wir uns! Und vielleicht ist der Ansatz, Coworking genossenschaftlich zu organisieren, ja auch für andere eine Überlegung wert!?!

Foto:  Joy Kröger

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