Impuls ‚Kooperationen: Eine Frage des Wie’s‘ vom Netzwerktreffen Coworking
Das letzte Netzwerktreffen Coworking des Jahres 2025 stellte Kooperationen in den Mittelpunkt. Mit einer Umfrage sammelten Alexandra Bernhardt und Lucia Schramm-Kaineder vorab Erfahrungen rund um gelingende oder misslingende Zusammenarbeit. Sie leiteten aus den Rückmeldungen sechs entscheidende Erfolgsfaktoren, fünf Stolpersteine und acht klare Handlungsempfehlungen ab.

6 Erfolgsfaktoren für Kooperationen
Vielen Dank an alle, die im Vorfeld an der Umfrage teilgenommen und ihre Erfahrungen und Learnings rund um Kooperationen geteilt haben!
Diese sechs Faktoren wurden damit identifiziert, die Kooperationen zum Erfolg führen:
- Gemeinsame Ziele & Win-Win: Dies ist eine der wesentlichsten Grundlagen. Es muss klar sein, was die gemeinsame Vision ist und wohin ihr gemeinsam wollt. Die Ausrichtung muss im Sinne einer Nutzenwahrnehmung zusammenpassen.
- Vertrauen und Offenheit: Die Haltung im Umgang miteinander erfordert einen aufrichtigen und ehrlichen Austausch. Es geht nicht um reine Harmonie, sondern darum, Tacheles zu reden und auch mal zu reiben, wobei Streiten erlaubt sein soll. Dies muss jedoch stets offen und vertrauensbasiert erfolgen.
- Rollen, Struktur, Verlässlichkeit: Für gelingende Kooperationen ist Klarheit entscheidend. Es muss transparent sein, wer für was zuständig ist, welche Vereinbarungen getroffen wurden, wann Meilensteine erreicht werden sollen und wie die Kommunikation abläuft. Zusagen, Termine und Versprechen müssen gehalten werden, um Verlässlichkeit und Verbindlichkeit zu gewährleisten.
- Energie-Fit & Sympathie: Da eine Kooperation eine Art Beziehung darstellt, ist es wichtig, dass die Partner einander sympathisch finden. Zusätzlich sollte das eingebrachte Energielevel ähnlich sein, damit eine gewisse Harmonie herrscht.
- Nachhaltige Ressourcen: Nachhaltigkeit ist kritisch, denn ein Ungleichgewicht in den eingebrachten Ressourcen – sei es Zeit, finanzielle Mittel oder die persönliche Kraft – macht die Kooperation nicht tragfähig. Die Kapazitäten müssen bei allen Partnern tatsächlich vorhanden sein.
- Community als Stabilitätsanker: Der sechste Erfolgsfaktor besteht darin, dass die Kooperation in etwas Größeres, die Community, eingebettet ist. Eine breitere Struktur hilft, Ausfallsicherheit zu gewährleisten und unvorhergesehene Veränderungen aufzufangen.

5 Stolpersteine und Scheitermuster
Auf der anderen Seite kommt es oft zum Abbruch und zur Frustration. Damit du dich entsprechend wappnen kannst, findest du hier mögliche Entwicklungen, die eine Kooperation zum Scheitern bringen kann.
Achte auf diese 5 Stolpersteine:
- Zielkonflikte / versteckte Motive: Dies ist der häufigste Grund für das Scheitern. Wenn nicht offengelegte oder unterschiedliche Ziele im Laufe der Zeit zutage treten, führt dies unweigerlich zu Misstrauen und Frustration.
- Unklare Rollen / kein Ownership: Wenn die Rollen nicht klar verteilt sind und niemand wirklich Verantwortung (Ownership) übernimmt, bleiben Aufgaben hängen und wichtige Entscheidungen werden nicht getroffen.
- Energie-Mismatch: Dies tritt auf, wenn das Tempo oder die Arbeitsweise nicht zusammenpassen, weil Partner beispielsweise ‚zu pedantisch‘ oder einfach ‚zu unterschiedlich‘ sind.
- Missverständnisse über Nutzen: Wenn die Erwartungen an den Mehrwert überschätzt oder falsch eingeschätzt werden, folgt die Enttäuschung unvermeidlich.
- Unnachhaltige Projekte: Wenn der persönliche Einsatz zu hoch ist, aber zu wenig Gegenleistung oder Nutzen dabei herauskommt, führt dies zur Überforderung, zum Ausbrennen und macht die Kooperation zur Belastung.
Die 8 Prinzipien gelingender Kooperation
Aus diesen Erkenntnissen leiteten Alexandra und Lucia acht Handlungsempfehlungen ab, die als Prinzipien für gelingende Kooperationen dienen:
- Motivation & Ziele explizit klären: Was alle Beteiligten wollen, muss klar sein und sollte am besten verschriftlicht werden.
- Win-Win regelmäßig prüfen: Da sich Dinge im Verlauf der Zeit ändern, muss das Win-Win-Verhältnis regelmäßig überprüft werden, um sicherzustellen, dass es noch passt.
- Testphase statt sofortiger Bindung: Statt sofort ein großes, langes Projekt zu starten, kann in einer Phase vereinbart werden, in der das Miteinander ausprobiert und evaluiert wird, ähnlich einem ‚Marathon of Sprints‘ oder einer Pilotierung.
- Klare Rollen & Verantwortlichkeiten: Rollen müssen zugeteilt und Verantwortlichkeiten transparent und sichtbar gemacht werden.
- Energie & Arbeitsweise matchen: Es ist wichtig, auf einen passenden Energie- und Arbeitsstil zu achten.
- Vorleistungen begrenzen & fair ausgleichen: Vorleistungen müssen transparent aufgezeigt, begrenzt oder fair ausgeglichen werden.
- In Community-Kontext einbetten: Kooperationen sollten in einen breiteren Kontext eingebettet werden.
- Nachhaltigkeit regelmäßig evaluieren: Ähnlich wie das Win-Win sollte auch die Nachhaltigkeit im Zyklus überprüft werden, um sicherzustellen, dass die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.
Mit diesem Impuls gingen die Teilnehmenden des Netzwerktreffens in zwei aufeinanderfolgende Austauschrunden. Hier spiegelten sie diese Muster anhand ihrer eigenen Erfahrungen.

Danke für 2025 | Ausblick auf 2026
Vielen Dank für die rege Teilnahme an den Netzwerktreffen, ein Kooperationsprojekt von CoWorkLand eG & German Coworking Federation e.V. Bundesverband Coworking Deutschland! Wir freuen uns darauf, dich nächstes Jahr mit neuen Themen und Diskussionen zu inspirieren.
Notiere dir schon mal die Termine für das erste Quartal 2026 in deinem Kalender:
- Mi 14. Januar 2026 18:00-19:00
- Do 12. Februar 2026 12:30-13:30
- Di 10. März 2026 12:30-13:30
Habt eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins Neue Jahr,
Alexandra, Doris, Lucia, Nicole & Tobias
Team Netzwerktreffen Coworking
Illustrationen aus Präsentation von Lucia Schramm-Kaineder; Titel mit Canva.com; Foto von Sarina Flachsmeier
