Bei einem unserer letzten Netzwerktreffen haben wir über internationale Kooperationen gesprochen und viel Neuigkeiten aus aller Welt erfahren. Unter anderem stellte uns Julia Kempel vom Intoku in der Schweiz ihren besonderen Space vor, der für Therapeut:innen konzipiert wurde.

Das gute im Geheimen

Der Name des Space ist Japanisch und bedeuet “the good done in secret”. Dies fand Julia einen passenden Namen für das was 2018 mit der Idee eines Studio für Yoga und Ayurveda begann. Es lief auch gut bis Corona kam. Was viele andere Space Betreibende kennen passierte auch hier, die Therapeuten gingen in die online Welt. 

Julia nutzte die Situation und hat sich hingesetzt und überlegt was ihre Stärken sind und was sie seit 2018 gelernt hatte. Die Erfahrung hatte ihr gezeigt, dass Therapeuten selbstständig sein wollen und flexibel an einem Ort ihr Angebot zur Verfügung stellen möchten. Daraufhin entwickelte Sie eine Art Plattform auf der jede:r Therapeut:in entscheidet , wie er/sie sich vorstellen mag. Wenn das gewünscht ist, kann die Kundschaft direkt über die Webseite die Person buchen, die das anbietet was sie sucht. 

Die Ausstattung

Der Space liegt im Erdgeschoss eines großen Komplexes mit Büros und Wohnungen.

Er verfügt über zwei größere Räume mit Spiegeln, Matten, Blöcken – alles was für Körpertherapie benötigt wird. Auch Beamer und Leinwand sind vorhanden, um bei Bedarf flexibel als Weiterbildungs-Raum dienen zu können. An den Wänden können elektrostatische Flipcharts hängen, so dass auch ein einem Workshop-Setting gearbeitet werden kann. Somit sind die Räume multifunktional einsetzbar.

Weiterhin gibt es zwei Therapieräume mit Liegen. Einer verfügt über eine Physiotherapie Liege. Der zweite Raum ist mit einer breiteren Liege ausgestattet für andere Therapieformen. Beide Räume verfügen über Ablagen, Steckdosen, Waschbecken sowei Handtücher, die die Coworker:innen für die Patient:innen nutzen können. Außerdem gibt es zwei Garderoben, so dass man in Ruhe ankommen und umziehen kann für die Behandlung oder den Kurs. Die Räume sind mit einem Sonos System ausgestattet, mit dem die einzelnen Räume angesteuert werden können. So kann bei Bedarf individuell auf die Behandlung abgestimmte Musik oder eine entsprechende Klangkulisse abgespielt werden.

Community Management

Julia ist als Community Manager da und kümmert sich um die Räume und die Verwaltung der Räume. Hier war eine der Herausforderungen die Raumbuchung möglich zu machen. Es sollte eigenständiges Buchen möglich sein, um das Community Management nicht zu sehr zu belasten. Und die Räume sollten möglichst flexibel buchbar sein. Denn eine der Grundieeden war, dass die Therapeut:innen im Space wie Selbstständige agieren können. Daher hat Julia eine Software mitentwickelt, die das ermöglicht. Die Abläufe der Raumbuchung und die monatliche Rechnungsstellung an die Therapeut:innen erfolgt automatisiert. Entweder kann der Therapeut die Räume buchen oder der Endkunde kann über intoku die Räume und den Therapeuten buchen. 

Wie in vielen anderen Spaces auch lief während Corona nicht viel. Bei den Lockerungen wurde der Space auch nicht wirklich von Coworker:innnen genutzt. Auch die Kundschaft war vorsichtig, da es sich um körpernahe Dienstleistungen handelt. Daher wurden die großen Räume viel als Pop-up Flächen genutzt. Denn sie verfügen über große Fenster und große Flächen. Zusätzlich gab es zur Vorstellung der Produkte auf den Flächen eine Mikropage auf der Webseite. Dies war eine zusätzliche Querfinanzierung während der Corona Zeit und ist bis heute erhalten geblieben.

Die Standardfinanzierung des Space ergibt sich durch Vermietung der Flächen. Möglich ist auch eine Provisionsvermittlung wenn jemand über die Intoku Webseite gebucht wird.

Eigene Software programmieren – ja oder nein?

Frage: Warum hast Du eine eigene Software programmiert und keine Standardsoftware genutzt?

Antwort: So kann ich als Dachorganisation eine Rechnung an die Suborganisation stellen. Es sind mehrere Buchungsmöglichkeiten vorhanden (B2B, B2C), die es in den existierenden Systemen so nicht gab. Das wird flexibel mit jedem ausgehandelt, welche Option die Person nutzen möchte.

Frage: Wer ist die Zielgruppe?

Antwort: Therapeuten und angehende Therapeuten. Auch Menschen, die das nebenberuflich machen. Oft wird die Ausbildung wird mehrere Jahre gemacht und am Ende steht man vor der Frage, ob man eine eigene Praxis mit Fixkosten eröffnen möchte. Die Therapeut:innen stehen dann noch am Anfang und wollen ihr Geschäftsmodell austesten. Da ist ein solch flexibler Space ein guter Weg, um die Therapeut:innen in die Selbstständigkeit zu begleiten. Sie können dann bei Intoku bleiben oder nach Aufbau eines Kundenstammes in eine eigene Praxis gehen.

Bildet sich eine Community unter den Therapeut:innen?

Frage: Sind die Therapeut:innen untereinander eine Community? Gibt es da auch Büroräume?

Antwort: Es gibt eine Gemeinschaftsküche. Das Arbeiten bezieht sich ausschließlich auf die Behandlungen und nicht für Büroarbeiten. Die meisten versuchen das effizient zu nutzen und mehrere Behandlungen hintereinander zu legen. Dann sitzt man im Anschluss zusammen in der Küche und tauscht sich aus.

Ich organisiere Community Events und versuche die Coworker:innen zu vernetzten und mit ihnen über ihre Anliegen zu sprechen. Langfristig soll hier ein Hub für die Patient:innen entstehen.

Das Umfeld des Space

Frage: In was für einer Nachbarschaft liegt das Intoku? Hast Du überlegt die Räume auch für geschäftliche Zwecke anzubieten oder für Vereinstreffen? Oder hast Du das ganz bewusst nicht im Konzept?

Antwort: Wir sind in Zürich Altstetten, sind ein aufstrebender Stadtteil. Auf dem Gelände sind drei Hochhäuser mit Hotels und einem Nivea Store. Außerdem sind wir von vielen Unternehmen umgeben. Daher die ursprüngliche Idee. Aber jetzt wo die Leute im Homeoffice sind, war das nicht so wie gedacht. Die Stadt wird noch Richtung Norden ausgebaut. Es tut sich sehr viel. Alleine die Gebäude auf dem Gelände haben 300 Appartements und das Hotel auch 300 Zimmer.

Wir nutzen es schon für Popups aus dem Bereich der Gesundheit wie zum Beispiel für Yogakissen, Mineralien, Bücher zur Komplementärmedizin. Es kommen auch Anfragen für Workshops rein, da ich das auf auf verschiedenen Plattformen angeboten habe. Die Räume strahlen aus, dass es um Coaching, Vernetzung und Achtsamkeit geht. 

Serendipität und Vertrauen

Frage: Konntest Du schon Vernetzung zwischen den Therapeut:innen beobachten – Stichwort Serendipität.

Antwort: Die Leute können auf die Social Media Plattform von Intoku zugreifen und ihre Events dort posten und sich gegenseitig unterstützen. Da konnte ich schon beobachten wie die Leute im virtuellen Raum aufeinander reagiert haben und sich gegenseitig unterstützen.

Frage: Das setzt viel Vertrauen voraus den Zugang an Andere zu geben.

Antwort: Na ja, wir haben ganz klar kommuniziert was wir erwarten und ich bin ja immer noch Admin (lacht)

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