Berliner Coworking Space öffnet für Obdachlose

Obdachlose Person (Photo by Ev on Unsplash)

Berliner Coworking Space öffnet für Obdachlose

Viele obdachlose Menschen sind neben der Pandemie auch hart vom Wintereinbruch betroffen und gezeichnet. Der Berliner Coworking Space und GCF-Mitglied »juggleHUB« möchte für diese Menschen in den kalten Wintermonaten ein Ort zum Aufwärmen sein, an dem sie ein kostenloses Heißgetränk und Zugang zu einer Toilette erhalten.

Seit ein paar Tagen steht vor dem Eingang des Coworking Spaces in der Christburger Straße im Prenzlauer Berg ein Aufsteller. Dieser lädt Menschen, die bei diesen kalten Temperaturen keinen Ort haben, an dem sie Zuflucht finden, dazu ein, sich im Coworking Space aufzuwärmen. Auf Instagram gibt es ein Foto des Aufstellers zu sehen.

Die Idee zu der Aktion hatten die beiden juggleHUB-Gründerinnen Silvia Steude und Katja Thiede nach einem Gespräch untereinander. »Wir fragten uns, wie es denn den Menschen auf der Straße mit diesem kalten Winter geht, vor allem während des Lockdowns«, erzählt Katja Thiede. »Zumindest die Möglichkeit sich aufzuwärmen, zu waschen und etwas Warmes zu trinken könnten wir anbieten«, kommt den beiden Gründerinnen in den Sinn.

Wie viele Menschen in Deutschland ohne Wohnung sind, weiß niemand genau. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) ging für das Jahr 2017 von schätzungsweise 650.000 Menschen aus. In Berlin sollen etwa 40.000 Menschen ohne Wohnung leben. Die meisten von ihnen leben in sogenannten Notquartieren.

Empfehlungen der Berliner Kältehilfe

Silvia Steude informierte sich auch bei der Berliner Kältehilfe, worauf man achten sollte. Diese erklärt, dass die meisten Obdachlosen unauffällige, angenehme Menschen sind. Es kann aber vorkommen, dass einer dabei ist der stark alkoholisiert ist. Darauf muss man vorbereitet sein und keine Berührungsängste haben, diese Person auch zu verweisen.

Neben Schutzmaßnahmen aufgrund der pandemischen Situation, wie Abstand halten, zumindest OP-Masken auszuhändigen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich die Hände zu waschen und zu desinfizieren, sollte das Angebot klar formuliert sein: Was gibt es zu trinken/essen? Gibt es etwas zum Mitnehmen? Wann ist der Space geöffnet?

Coworking Spaces, die auch so helfen wollen, sollten sich bei der German Coworking Federation (GCF) melden, ihr Angebot aber auch den jeweiligen Kältehilfen in ihren Region schriftlich weiterleiten. Unter Umständen kann über die Kältehilfe auch eine ehrenamtliche Hilfsperson angefragt werden, wenn man das Gefühl hat, man braucht Unterstützung.

Die katholische Hilfsorganisation Malteser empfiehlt zum Kontakt mit obdachlosen Menschen, mit einem Gesprächsangebot zu beginnen. Viele Obdachlose freuen sich darüber, andere werden es mitteilen, wenn sie dies nicht wünschen. Es empfiehlt sich eine klare und direkte Ansprache, aber auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber und respektvoll.

Unterstützung durch die German Coworking Federation (GCF)

»Als German Coworking Federation (GCF) begrüßen wir die Aktion unseres Mitglieds-Spaces juggleHUB und bitten andere Coworking Spaces darum, sich an der Aktion zu beteiligen«, erklärt GCF-Vorstandsmitglied Christian Cordes. »Community bedeutet für uns mehr, als nur die Menschen in unseren Coworking Spaces im Blick zu haben.«

Wolf-Nicolas Henkels, ebenfalls im gewählten Vorstand der GCF aktiv, dazu: »Wir wollen mit unserer Unterstützung aktiv ein Zeichen setzen und unsere Coworkingwerte  – Offenheit, Zugänglichkeit, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Zusammenarbeit – solidarisch mit den Menschen aktiv leben, die unsere Hilfe gerade am nötigsten haben.«

In einer E-Mail an alle Verbandsmitglieder soll die Aktion bekannt gemacht und um Nachahmung gebeten werden. Die German Coworking Federation (GCF) ist der mitgliederstärkste Coworking-Verband in Europa. Mehr als 130 Betreiber:innen von Coworking Spaces und das Thema unterstützende Menschen sind Mitglied.

In einem zweiten Schritt der Unterstützung stellt die German Coworking Federation (GCF) drei verschiedene Plakatmotive und ein Logo zur Verfügung, womit Coworking Spaces ihre Teilnahme signalisieren können. Sollten sich mehrere Coworking Spaces beteiligen, soll auf der Webseite über die Coworking Spaces gesondert informiert werden.

Logo zum Download
No Comments

Post a Comment